Glossar

Alpha-1-Antitrypsin
Auch Alpha-1-Proteinase-Inhibitor: Ein in der Leber hergestelltes Eiweiß, dass bei gesunden Menschen über die Blutbahn z.B. bis in die Lunge gelangt. Dort verhindert A1-AT, dass Lungenbläschen vom körpereigenen Immunsystem angegriffen werden.
Alpha-1-Antitrypsinmangel
Bei A1-AT-Mangel ist wegen eines angeborenen Gendefekts im menschlichen Organismus kein oder zu wenig A1-AT vorhanden. Weil das Schutzprotein in der Lunge fehlt, kann das körpereigene Immunsystem ungehindert auch Lungenbläschen angreifen.
Asthma
Chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Asthmatiker reagieren auf bestimmte Reize wie etwa Staub, Tierhaare oder Pollen überempfindlich. Bei einem Anfall verkrampfen und verengen sich die Verzweigungsäste der Luftröhre, die sogenannten Bronchien. Es kommt zu Atemnot und Erstickungsanfällen. 
Blutplasma

Das Blutplasma macht etwa 55 % des gesamten Blutes aus; gemeint ist damit der flüssige Anteil des Blutes. Im Unterschied zum Blutserum aber beinhaltet das Plasma bestimmte Eiweiße für die Blutgerinnung.

Blutserum
Auch kurz Serum genannt, ist der flüssige Anteil des Blutes, also ohne feste Bestandteile wie rote und weiße Blutkörperchen. Die Messung bestimmter Substanzen im Blutserum hilft in vielen Fällen dabei, Erkrankungen zu diagnostizieren. 
Bronchiektasen
Ausweitungen oder Aussackungen der Atemwege, die sich nicht mehr zurückbilden. Die Bronchiektasen können mit Schleim gefüllt sein, in dem sich vermehrt Bakterien ansiedeln und Infektionen entstehen können.
Bronchien
Die röhrenförmigen Verzweigungsäste der Luftröhre sind ein Teil der Atemwege; durch sie gelangt die eingeatmete Luft von der Luftröhre in die Lungenbläschen. 
Computertomografie

Abgekürzt CT, ein bildgebendes Verfahren. CT-Aufnahmen des Köperinneren sind deutlich präziser als normale Röntgenaufnahmen. Auch Organe wie die Lunge lassen sich damit sehr genau darstellen.

COPD
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease = COPD) ist ein Sammelbegriff für chronische Erkrankungen (hauptsächlich chronische obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem), bei denen die Atemwege dauerhaft verengt sind und der Luftstrom in die kleineren Verästelungen der Lunge zunehmend eingeschränkt wird. Dadurch wird die Aufnahme von Sauerstoff aus der Atemluft erschwert; die Symptome sind Atemnot, Husten und Auswurf. 
Enzyme
Aktive Eiweißstoffe (Proteine), die im Körper bestimmte biochemische Reaktionen wie etwa bei der Abwehr von bakteriellen Infektionen steuern und beschleunigen. 
Exazerbation
Deutliche und meist plötzliche Verschlechterung der Symptome einer bestehenden, chronischen Erkrankung. Im Falle einer Lungenerkrankung zum Beispiel zunehmende Atemnot oder vermehrt Husten und Auswurf, meist verbunden mit Verschlechterung der Atemleistung. Ursachen einer Exazerbation können beispielsweise eine Atemwegsinfektion oder Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung sein.
FEV1-Wert

Auch Einsekundenkapazität genannt (forced expiratory volume at 1 second = FEV1); Parameter zur Bestimmung der Lungenfunktion. Gemessen wird die Luftmenge, die ein Patient nach tiefem und vollständigem Einatmen innerhalb einer Sekunde wieder ausatmen kann.

Gen

In den Genen sind die Erbinformationen gespeichert, Gene befinden sich in jeder menschlichen (oder tierischen) Zelle.

Gendefekt
Durch verschiedene Einflüsse kann es an einzelnen oder mehreren Genen zu Veränderungen kommen, wodurch in einigen Fällen eine Krankheit entsteht. Gendefekte sind häufig angeboren. Sie können aber auch im Laufe des Lebens, z.B. durch Umwelteinflüsse wie Radioaktivität oder UV-Strahlung der Sonne, entstehen.
Gentest

Test zur Analyse des menschlichen Erbgutes. Ein solcher Test dient dazu, zum Beispiel eine angeborene, genetisch bedingte Erkrankung festzustellen und genauer zu bestimmen.

Hepatitis

Entzündung der Leber, die dadurch geschädigt und in ihrer Funktion beeinträchtigt wird. Bei einer über mehr als sechs Monate andauernden Leberentzündung spricht man von einer chronischen Hepatitis.

Leberzirrhose
Endstadium verschiedener chronischer Lebererkrankungen. Die Leberzirrhose ist durch das Absterben von Leberzellen gekennzeichnet, wobei funktionsuntüchtiges, knotiges Gewebe entsteht. Die Funktion der Leber ist irreversibel geschädigt. 
Lippenbremse
Eine spezielle Atemtechnik, bei der durch den Mund und gegen den Widerstand der nur leicht geöffneten Lippen ausgeatmet wird. Der erhöhte Druck in den Atemwegen soll den Kollaps von kleinen Bronchien verhindern.
Lungenbläschen
Lungenbläschen werden medizinisch Alveolen genannt und sind die kleinsten Verästelungen der Atemwege. Dort findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff aus der Atemluft gelangt über die dünnen Wände der Lungenbläschen ins Blut; den umgekehrten Weg geht Kohlendioxid, um danach ausgeatmet zu werden.
Lungenemphysem
Chronische, irreversible "Überblähung" der Lunge. Als Ursache kommt z.B. eine entzündlich bedingte Lungenveränderung oder ein angeborener Alpha-1-Antitrypsin-Mangel infrage. Als Folge verliert die Lunge ihre Elastizität und aus vorher funktionstüchtigen Lungenbläschen können große und funktionslose Emphysemblasen entstehen.
Neutrophilen-Elastase
Enzym (Eiweißstoff), das im Normalfall an der Abwehr von Infektionserregern beteiligt ist. Es kann aber, wenn es im Überschuss vorhanden ist, auch körpereigenes Gewebe angreifen, insbesondere in der Lunge. Das geschieht, wenn der Gegenspieler des Enzyms, Alpha-1-Anitrypsin, nicht in ausreichender Menge vorhanden ist.
Pannikulitis
Örtlich begrenzte Entzündung von Fettgewebe in der Haut („Unterhautfettgewebe“). Symptome können Muskel-, Gelenk- und Bauchschmerzen sein. Bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel kann eine sogenannte nekrotisierende Pannikulitis entstehen. Dabei stirbt das betroffene Gewebe ab und es bilden sich Narben.
Pneumologie / Pneumologisch

Pneumologie ist die medizinische Bezeichnung für das Fachgebiet „Lungenheilkunde“ (vom griechischen Wort für „Lunge“). Pneumologisch heißt übersetzt "die Lungenheilkunde betreffend“.

Protein
Proteine, auch Eiweiße genannt, gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Proteine erfüllen im Organismus vielfältige Aufgaben, z.B. als Enzyme, Hormone oder Gewebebestandteile. 
Pulmologie / Pulmonal

Von lateinisch pulmo, die Lunge; Pulmologie ist neben Pneumologie ein von Medizinern für das Fachgebiet „Lungenheilkunde“ verwendeter Begriff. Pulmonal heißt übersetzt "die Lunge betreffend".

Vaskulitis
Entzündliche Erkrankung der Blutgefäße, die z.B. infolge eines Alpha-1-Antitrypsin-Mangels auftreten kann („sekundäre Vaskulitis“). Durch damit einhergehende Gefäßveränderungen kann die Nähr- und Sauerstoffversorgung von Organen eingeschränkt sein. Typische Symptome sind Fieber, Abgeschlagenheit oder Nachtschweiß.
Weiße Blutkörperchen

Diese von Medizinern auch Leukozyten genannten Blutzellen sind im Körper für die Abwehr von Infekten zuständig.