Fit bleiben

Menschen mit A1-AT-Mangel können durch zusätzliche Bewegung und gezieltes Training leichter atmen und damit an Lebensqualität gewinnen. 

Sport und Bewegung sind gesund – das stimmt generell und bei A1-AT-Mangel besonders. Denn durch eine kräftige Muskulatur und ein trainiertes Herz-Kreislauf-System fällt das Atmen leichter und die Belastung für das Herz ist geringer. Wer fit bleibt, kann auch aktiver am Leben teilhaben, seine sozialen Kontakte besser pflegen und so eine gute Lebensqualität beibehalten. Menschen mit A1-AT-Mangel sollten deshalb vermeiden, sich aufgrund von Krankheitssymptomen wie der Atemnot immer weniger zuzutrauen und zu bewegen. Denn dann nehmen die allgemeine Leistungsfähigkeit und auch die der Lunge sowie die Muskelmasse ab – eine Abwärtsspirale beginnt.

Bewegung im Alltag
Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten aktiv zu sein. Z.B. die Treppe statt den Aufzug nehmen, regelmäßiges Spazierengehen, mit dem Rad zum Einkaufen fahren oder im Garten arbeiten. Einfache Übungen, wie eine volle Wasserflasche zehnmal heben und wieder senken, bieten immer wieder gute Gelegenheiten für das Heimtraining. Ergänzend kann „richtig“ Sport getrieben werden. Geeignet sind vor allem leichte Ausdauersportarten – sprich: Walken, Wandern oder Radfahren – und Gymnastik. Auch lockeres Schwimmen kann eine gute Möglichkeit sein, sich zu bewegen. Nützlich können zudem spezielle Geräte sein, etwa für das Krafttraining. Denn wer gezielt die Brust- und Rückenmuskulatur stärkt, kann leichter atmen. Erfolgen die Übungen zu Hause oder im Fitnessstudio an dafür geeigneten Geräten, lässt sich die erforderliche Kraft schonend dosieren.
Lungensport - Die Atmung trainieren
Der Lungensport wurde als ein vielseitiges Training für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen konzipiert. Mit speziellen Übungen soll das Lungenvolumen erhalten und die für die Atmung wichtigen Muskeln sollen gestärkt werden. Die Teilnehmer lernen, effektiver zu atmen, mehr Sauerstoff aufzunehmen und bei Belastung weniger in Atemnot zu kommen. Die erlernten Techniken helfen dabei, den in den Lungen angestauten Schleim wirksam abzuhusten und eine akute Atemnot erfolgreich zu meistern. Etwa durch die sogenannte Lippenbremse: Bei dieser Atemtechnik wird gegen die locker aufeinanderliegenden Lippen ausgeatmet, was dazu beiträgt, dass die Atemwege weit bleiben. Zum Lungensport gehören auch Übungen zur Entspannung, zum „richtigen“ Treppensteigen sowie zur Sturzvermeidung. Trainiert wird in der Regel einmal die Woche für 60 bis 90 Minuten. Interessierte sollten ihren Arzt fragen, ob Lungensport eine Option für sie wäre und ob er ihnen die Teilnahme verordnen kann. Dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Die Arbeitsgemeinschaft Lungensport informiert im Internet darüber, wo Lungensport angeboten wird: www.lungensport.org.
Dranbleiben lohnt sich
Egal, wie die individuelle Entscheidung zum Thema Sport ausfällt: Hauptsache ist, die Aktivitäten geschehen regelmäßig und schonend. Besonders am Beginn sollte kein übertriebener Ehrgeiz entwickelt werden, aber die eigene Leistungsfähigkeit sollte auch nicht zu gering eingeschätzt werden. Oft hilft es, Sport zusammen mit anderen zu machen – denn Gruppendynamik spornt an und kann für den nötigen Spaß sorgen.